Weder beim Neubau noch bei der Renovierung kommt man ohne Handwerker aus. Doch nicht jeder erledigt seine Arbeit zuverlässig. Viele haben bereits Erfahrungen mit Handwerkern gemacht, die Termine nicht einhalten, zusätzliche Zahlungen verlangen oder sich weigern, Mängel ihrer Arbeit oder Reklamationen zu beheben. Solche Schwierigkeiten lassen sich jedoch oft leicht vermeiden: Es reicht, einen guten, möglichst detaillierten Vertrag aufzusetzen, der hilft, Probleme im Vorfeld zu klären.
Ein junges Paar hat eine Wohnung in einem alten Haus gekauft, die vor dem Einzug renoviert werden muss. Eine neue Küche und ein neues Bad, Malerarbeiten sowie der vollständige Austausch der Lichtschalter und der Beleuchtung – innerhalb weniger Wochen werden nacheinander ein Schreiner, ein Maurer, ein Klempner, ein Maler und ein Elektriker in der Wohnung arbeiten. Dabei kann es leicht passieren, dass die Arbeit eines von ihnen nicht rechtzeitig oder fehlerfrei ausgeführt wird.
Der erste Schritt bei der Suche nach einem Handwerker ist eine sorgfältige Auswahl. Manchmal fehlt die Zeit, etwa wenn ein Rohr bricht und die Wohnung unter Wasser steht. Bei größeren Bau- oder Renovierungsarbeiten lohnt es sich jedoch, gleich mehrere Firmen anzufragen – idealerweise solche, für die wir gute Empfehlungen von Freunden haben oder die zumindest im Internet positiv von ihren Kunden bewertet werden.
Was geschrieben steht, gilt
„Mit einem Handwerker sollte ein solider Werkvertrag abgeschlossen werden. Darin sollte unter anderem festgelegt werden, welche Arbeiten genau ausgeführt werden, was als Mangel gilt und wie in einem solchen Fall vorzugehen ist“, erklärt Rechtsanwalt Vojtěch Steininger.
„Bei kleineren Reparaturen reicht eine mündliche Vereinbarung aus. Der Auftraggeber sollte jedoch stets zumindest eine Bestätigung über Art der Arbeiten, deren Ausführung und den vereinbarten Preis verlangen, insbesondere im Hinblick auf mögliche Reklamationen“, erklärt Filip Melzer, Experte für Zivilrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Olomouc. „Je kostspieliger oder komplexer die Arbeiten sind und je realistischer die Möglichkeit späterer Reklamationen, desto sinnvoller ist es, auf eine schriftliche Vereinbarung zu bestehen“, fügt er hinzu.
Die Vorteile eines schriftlichen Vertrags liegen auf der Hand. Wenn man beispielsweise mit einem Heizungsinstallateur mündlich den Austausch der Heizkörper in der Wohnung vereinbart, ihm eine Anzahlung von mehreren Zehntausend Kronen leistet und anschließend mit seiner Arbeit unzufrieden ist, wird es sehr schwer, Abhilfe zu schaffen. Kommt es zu einem Rechtsstreit, lassen sich bei einem mündlichen Vertrag Umfang der beauftragten Arbeiten, verwendete Materialien oder der Fertigstellungstermin nicht nachweisen.